Indigene Stämme und Völker Nordamerikas

Schamanismus

Ueber den Schamanismus im Allgemeinen und wie ich dazu kam...

Fliegenpilze - ein magischer Ort?

Die Wiege des Schamanismus ist aller Wahrscheinlichkeit nach der sibirische Raum. Von dort aus gelangte er mit wandernden Jaegern nach Nord- und Suedamerika und in viele andere Gegenden der Erde. Auch in Australien und auf den Suedseeinseln ebenso wie im asiatischen Raum gibt es Schamanen und sie tragen und trugen immer viel zum Gemeinschaftsleben bei.

Auch in unserem Kulturraum gab es frueher mit Sicherheit eine schamanische Tradition, die jedoch von der Kirche und anderen spaeteren Institutionen vereinnahmt und assimiliert wurde. Es gibt auch bei uns noch viele Braeuche - obwohl es von Jahr zu Jahr weniger werden - die darauf hinweisen. Dabei erwaehne ich aus einer langen Liste regionaler Braeuche nur einige als Beispiele: Sonnwendfeuer, Winteraustreibung, Hagelkerzen...

Ein gespaltener Fels im Gebirge

Warum heute wieder Schamanismus?

Er ist eine humane, zutiefst ehrliche, der Natur verbundene Methode, sein Leben in den Griff zu bekommen und seinem Leben einen Sinn zu geben. Fragen wir uns heute angesichts hoher Arbeitslosigkeit, Unsicherheit, Verlorenheit nicht manchmal, wie wir das Ganze noch bewaeltigen koennen? Einen der Wege dazu eroeffnet uns der praktizierte Schamanismus. Dabei geht es nicht unbedingt darum, in Trance zu fallen und die Anderswelt zu erreichen. Meist genuegt es schon, sich Gedanken zu machen, wie man besser mit der "Um-"welt zurecht kommt.

Es gibt viele Moeglichkeiten, auf welche man sich einlaesst ist die Sache des Einzelnen. Sinnvoll ist es, erst einmal zu versuchen, sich bestimmte Rituale anzueignen und zu automatisieren. Automatisieren soll nicht heissen, dass man die Sache so weit treibt, dass sie immer gleich ablaeuft, sondern dass man sich angewoehnt, zu bestimmten Zeiten ein Ritual abzuhalten. Diese Rituale bringen einen dann wie von selbst in eine Stimmung, die für den Schamanismus foerderlich ist.

Besonders geeignet sind Rituale, bei denen man den Beistand der Ahnen erbittet, indem man sie einlaedt, beim Ritual anwesend zu sein und dieses mitzutragen. Die Anrufung der Ahnen, denen man ehrerbietig gegenueber-treten sollte, bringt eine besondere Kraft ein, die es einem gestattet, mit Sicherheit und Zuversicht das Ritual abzuhalten.

Herbst - Schoenheit der Farben - oben und unten

Magische Welten - ein Waldgeist?

Was ist ein Krafttier? - Jedes Tier hat eigene Kraefte!

Seelenverlust und Seelenrueckholung

Eine interessante Frage wurde vor Kurzem in einer Diskussion angesprochen: hat jeder Mensch eine Seele? - Ich meine ja, wenn er diese auch durch ein-schneidende Erlebnisse verlieren kann. Im Schamanismus gibt es seit Urzeiten die Seelenrueckholung, bei der eine verlorene Seele oder ein verlorenes Seelenteil vom Schamanen zum Verlierer zurueckgebracht wird.

Die Frage nach der Seele hatte Befuerworter, die mit dem Argument, ein Massenmoerder oder andere Schwerverbrecher koennten keine Seele haben, ihren Standpunkt vertraten, während ich und andere sagten, dass jeder Mensch am Anfang seines Lebens eine Seele hat, in einer Zeit wo er unschuldig und hilflos ist. Erst spaetere Erlebnisse und Ereignisse koennen dann zu einem teilweisen oder ganzen Seelenverlust führen, wobei verschiedene Ursachen dies bewirken koennen.

Schon die uralten Schamanen-Kulturen glaubten, dass jeder Mensch eine Seele hat. Ebenso glaubte und glaubt man, dass ein Mensch seine Seele verlieren kann, dass die Seele einen Menschen verlassen kann, wenn gravierende Situationen auftreten. Darum gibt es in allen schamanischen Traditionen die Seelenrueckholung.

Dabei versucht der Schamane, nachdem er sich in Trance gebracht hat, die verlorene Seele auf einer schamanischen Reise zu finden und zum betroffenen Menschen zurueckzubringen. Der Schamane bedient sich dabei seiner Hilfsgeister und Krafttiere, die ihn leiten und schuetzen. Im Erfolgsfall besteht berechtigte Hoffnung, dass der Betroffene wieder seine ur-spruengliche Vitalitaet und seine Gesundheit erlangt. Der Schamane bringt dem Menschen seine Seele zurueck, wobei es verschiedene Methoden gibt (als Beispiel sei erwaehnt, dass der Schamane die gefundene Seele wieder einblaest, was meistens über den Scheitel geschieht). Sandra Ingerman beschaeftigt sich seit langem mit Seelenrueckholung und hat zwei interessante Buecher zu diesem Thema geschrieben, die jedem empfohlen werden, der sich mit der Sache naeher beschaeftigen moechte:

Auf der Suche nach der verlorenen Seele - Der schamanische Weg zur inneren Ganzheit und Die Heimkehr der Seele - Schamanische Selbst-heilung

Blackfoot Haeuptling - Fetischpuppe - Feuer und Mond - Adler

Die indianischen Staemme Nordamerikas waren immer von schamanischen Strukturen geprägt. Der "Medizinmann" - bzw. Schamane - war ein wichtiger Mann im Gefuege des Stammes, der die religioesen Riten ebenso initiierte wie er als Heiler wirkte. Dabei spielten bei allen seinen Taetigkeiten Fetische eine grosse Rolle. Das Feuer ist ein maechtiges Element und zugleich ein Urelement des Schmanismus - es transformiert die Materie in eine andere Form. Ein Schamane wird in der Regel auch transformiert - sei es durch eine schwere Krankheit, die ihn seinen Weg erkennen laesst, sei es durch einen symbolischen Tod und die folgende Wiederauferstehung als Schamane. Viele Schamanen werden durch eine symbolische Zerstueckelung und anschließende Zusammensetzung mit neuen, besonderen Organen durch Geister auf einer schamanischen Reise initiiert und danach von ihrem Stamm als vollstaendige Schamanen anerkannt.

Thaca Ushte - John Fire Lame Deer - Medizinmann und Schamane der Sioux: „Wenn du nicht die menschliche Seite von allem am eigenen Leib kennengelernt hast, wie kannst du dann lehren oder heilen helfen? Um ein guter Medizinmann zu sein, musst du demuetig sein. Du musst niedriger sein als ein Wurm und hoeher als ein Adler.“

Der Adler stellt bei vielen Naturvölkern den Boten zum Grossen Geist dar. Er ist der Vogel, der am Hoechsten fliegt und der den schaerfsten Blick hat. Seine Federn schmuecken nicht nur die Indianer, auch bei Schamanen in Sibirien und anderswo findet sich Kopfschmuck mit Adlerfedern, der die Verbindung zu den Goettern symbolisiert. Gleichzeitig ist der Adler auch ein maechtiges Krafttier.

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