Indigene Stämme und Völker Nordamerikas

Der Südwesten

Indianerland des Südwestens: Monument Valley - Cliff Palace - Shiprock - Monument Valley

Die Vorfahren der Pueblo-Indianer, die Anasazi, lebten in Felsburgen aus Stein, die sie unter überhängende Canyonwände bauten und die nur mühselig über in den Stein gehauene Stufen und Leitern erreicht werden konnten. Bis heute gibt es keine schlüssige Information, warum die Anasazi sich in diese Felsbehausungen zu-rückzogen (manche Vermutungen gehen dahin, dass sich ein Kampf um die be-grenzten Ressourcen entwickelte und diese "Burgen" der Verteidigung dienten) die seit hunderten von Jahren verlassen sind. Von den ursprünglichen Anasazi gibt es keine Spuren mehr, sie sind aus der Geschichte verschwunden. 

Hopi

Hopi - Büffeltanz in Hano

Die Hopi sind ein natives Volk Nordamerikas, welches in den US-Bundesstaaten Arizona und Neu-Mexiko in einer Reservation, die von der Reservation der Diné (Navajo) umringt ist, lebt. Es gibt heute noch etwa 18.000 Hopi, welche eine Sprache aus der uto-aztekischen Sprachfamilie sprechen.

Walpi - ein legendäres Dorf der Hopi auf der Ersten Mesa

Die Reservation der Hopi wird seit Jahren immer wieder stark bedrängt, da verschiedene Großunternehmen Ansprüche auf die dort befindlichen Bodenschätze erheben. Die Hopi konnten sich bisher jedoch diesem Druck durch ihre ausgezeichnete Öffentlichkeitsarbeit widersetzen.

Ein typischer Hopi-Mann mit traditioneller Frisur

Die Politik der Hopi gegenüber der amerikanischen Regierung ist konsequent und kompromisslos. Die US-Regierung versucht daher immer wieder über eingesetzte Verwalter die alleinigen Entscheidungen der Stammesältesten zu beeinflussen.

Ein Hopi-Mädchen in der typischen Haartracht der unverheirateten Hopi-Frauen

Diné (Navajo)

Ein junger Navajo um 1900

Die Diné (Eigenbezeichnung des Volkes der Navajo) sind einer der größten verbliebenen Stämme in den USA. Sie gehören zur athapaskischen Untergruppe der Na-Dene-Sprachgruppe.

Nesjája Hetáli - ein typischer Navajo

Im großen Reservat, das in die Bundesstaaten New Mexico, Utah, Arizona und Colorado reicht, leben etwa 269.000 Diné. Die Diné sind dort seit langem heimisch und somit einer der wenigen Stämme, die noch in ihrem angestammten Gebiet leben.

Der Shiprock, ein gewaltiges Felsriff in der Navajo-Reservation im Staat New Mexico

Im 2. Weltkrieg arbeiteten Diné erfolgreich als Funker für das US-Militär im Pazifikkrieg gegen Japan. Sie unterhielten sich dabei einfach in ihrer eigenen Sprache, ergänzt nur um einige Codewörter, die militärtechnische Dinge bezeichneten, für die es keine Diné-Wörter gab. Diese Sprachform konnte von den Japanern bis Ende des Krieges nicht übersetzt werden. Darüber gibt es einen actionlastigen, dennoch sehenswerten Film: „Windtalker“. Zum Andenken an die Navajo-Funker wurde der 14. August zum Nationalen Navajo-Codesprecher-Tag erklärt.

Reiter im Canyon de Chelly - tiefstes Navajo-Land

In früheren Zeiten waren die Diné räuberische Nomaden, sie haben sich jedoch dann als sesshafte Schafzüchter und Hirten niedergelassen und eine hohe Kultur bei ihren Web-arbeiten sowie als Silberschmiede und Töpfer erreicht.

 Ein Hogan - die traditionelle Navajo-Behausung

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Inde (Apachen)

Inde ("die Menschen"), besser bekannt als Apachen, dem Zuni-Wort für Feind, ist die Sammelbezeichnung für verschiedene Stammes-Gruppen im Südwesten der heutigen USA und im Norden Mexikos. Die Sprachen der Inde bilden, ebenso wie die der Diné eine eigene Untergruppe der Na-Dene-Sprachfamilie. Die meisten Inde leben heute in Reservationen in Neu-Mexiko, Arizona und Oklahoma.

Ein Jicarilla-Apachen-Mädchen

Die bekanntesten Inde-Stämme heute sind: Chiricahua ("wilde Krieger aus den Bergen"); Mimbreno-Apachen; Jicarilla ("kleine Körbe"); Llaneros ("Volk der Ebene"); Mescalero ("Mescalsammler"); Lipan („Ipa`s Volk") Kiowa-Apache ("fürstliches Volk", Plains Apache); Tonto ("wild", "verrückt", "die man nicht versteht"); Coyotero Apachen ("Coyotenesser", auch "Keulenmänner"); White Mountain Apachen ("Volk der weißen Berge"); Chi-e-a-hen/San Carlos Apachen. Zur Zeit gibt es in etwa noch 95000 Apachen, davon ca. 30000 gemischter Herkunft.

Naiche, Sohn von Cochise und Häuptling der Chiricahua-Apachen, verliess mit Geronimo und anderen mehrmals die San Carlos Reservation, um in der mexikanischen Sierra Madre Zuflucht zu finden und wie in alten Zeiten zu leben und zu kämpfen.

Die Apachen lebten früher als halbnomadische Sammler und Jäger, einige Banden betrieben zusätzlich Ackerbau. Daneben gingen sie auf Raubzüge gegen ihre indianischen Nachbarn, die Pima, Pueblo, Yuma, Pawnee, Caddo, Opata. Ihre größten Feinde waren die Comanchen, Pima, und texanische Stämme.

Mangus (auch Mangas), Sohn des Mimbreno-Häuptlings Mangas Colorado und Mitstreiter von Geronimo. Er ergab sich 1886 mit wenigen verbliebenen Anhängern und wurde zusammen mit Geronimo, Lozen und anderen nach Fort Marion in Florida in die Verbannung geschickt.

Die Apachen-Krieger schlossen sich einflussreichen Männern und gelegentlich Frauen an, die aufgrund ihrer Fähigkeiten und Überzeugungskraft hohes Ansehen besaßen. Die Anführer waren meisten auch gleichzeitig Schamanen. Manche besaßen zudem "Inda-ce-ho-ndi" ("Feind-erkennen-Kraft"), die es ihnen ermöglichte, Feinde zu lokalisieren, deren Anzahl zu erkennen, und diesen durch ihre Macht zu schaden. Es gab unter ihnen auch viele Kriegerinnen, wie z. B. Lozen ("geschickte Pferdediebin") oder Gouyen ("Weise Frau"). Über Lozen, einer Schwester von Victorio, gibt es ein interessantes Buch der Autorin Lucia St. Clair Robson: "Die Schwester des Apachen". 

Chief Garfield - Jicarilla

Bei den Raubzügen war das Ziel, möglichst ohne Verluste und Begegnung mit dem Feind erfolgreich die Familien zu versorgen. Die Apachen waren ausdauernde Läufer, die mit ihrem ("Wolfs"-)Trab lange Strecken zurücklegen konnten. Auch ohne Pferde verblüfften sie ihre Feinde oft mit ihrer Beweglichkeit, indem sie einen Tag später schon an einem völlig anderen, weit entfernten Ort auftauchten.

Die Einführung des Pferdes durch die Spanier erhöhte die Mobilität und der Aktionsradius der Apachen enorm. Vom südlichen Colorado im Norden bis in die mexikanischen Staaten Sonora, Sinaloa, Chihuahua, Coahuila, Durango und Jalisco im Süden, vom Colorado River im Westen bis nach Zentral- und Süd-Texas im Osten plünderten die Apachen indianische und weiße Besitzungen gleichermaßen. Unzählige Indianer und Weiße wurden getötet oder entführt. Dadurch konnten die Inde die Spanier und Mexikaner größtenteils aus ihrem Gebiet, die „Apacheria“, fernhalten.

1835 führten die mexikanischen Staaten Sonora und Chihuahua Skalp-Prämien ein, um dem Apachenproblem Herr zu werden. Später lieferten die Apachen der US-Armee erbitterte Kämpfe. Die "Apachen-Kriege" (1850 - 1890) waren die längsten und kostspieligsten Kriege, die die Vereinigten Staaten gegen native Völker führten. Viele der Apachen-Anführer wurden durch diese Kämpfe berühmt, wie Mangas Coloradas, Cochise, Nana, Geronimo, Victorio, Santana, Naiche, Ulzana usw.

Geronimos Apachen Bande (Geronimo ist in der ersten Reihe der dritte von rechts) vor ihrer Verladung für die Fahrt ins Exil nach Florida. In der zweiten Reihe ist auch Lozen zu erkennen, die dritte von rechts.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts kapitulierten die letzten Apachen und zogen in Reservationen. Viele von ihnen wurden jedoch zuerst ins Exil nach Florida gebracht (darunter auch Geronimo und Lozen), um sie von weiteren Aufständen abzuhalten. In der ungewohnten Umgebung, fernab von ihrer Heimat und unter ganz anderen klimatischen Bedingungen starben viele von ihnen. Nach Jahren des Exils wurden die Überlebenden wieder in die Reservationen in ihrem angestammten Land zurückgebracht. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Inde-Kinder von ihren Eltern getrennt und weißen US-Bürgern zur Adoption gegeben.

Die Apachen waren zähe und mutige Verteidiger ihrer Heimat und als wilde Kämpfer gefürchtet. Die Bilder zeigen ihre Häuptlinge Geronimo und Victorio. Darunter ein Bild von Geronimo mit einigen seiner Krieger.

Geronimo als alter Mann in der Reservation

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